JOJOBAÖL

Ölgewinnung

Zur Ölgewinnung verwendet man neben den Kaltpressverfahren / Ölpresse, bei der die reifen Samen zerkleinert und dann mechanisch ausgepresst werden, auch das aufwendigere Verfahren der Extraktion. Als Lösungsmittel zum Lösen der Wachse dienen hier beispielsweise Benzol, Heptan, Hexan, Isopropylalkohol, Tetrachlorethylen oder Tetrachlorkohlenstoff.

Ölpressen für die Verarbeitung von Jatropha


Eigenschaften und Haltbarkeit

Jojobaöl weist eine klar, goldgelbe Farbe, einen kosmetisch, seifigen Geruch und einen milden Geschmack auf.

Dieses Öl unterscheidet sich von den anderen Pflanzenölen dadurch, dass es nicht ein Gemisch aus Triacylglyceriden sondern aus Wachsestern mit einer Kettenlänge von etwa 38-44 C-Atomen bildet. Dabei setzen sich diese Wachsester aus ca. 47-49% Fettsäuren und aus ca. 50-52% Fettalkoholen zusammen. Der Gesamtfettalkohol besteht hierbei größtenteils aus etwa 45-52% Cetoleinsäure, 39-46% Eicosansäure, 6-11% Nervonsäure und 1-2% Ölsäure. Dem gegenüber setzt sich der Gesamtfettsäuregehalt aus 66-71% Eicosansäure, 14-20% Cetoleinsäure, 10-13% Ölsäure und 1-3% Nervonsäure zusammen. Daneben sind noch weitere Inhaltsstoffe enthalten: Provitamin A, Aminosäuren, Mineralien und Squalen.

Der Schmelzpunkt des Jojobaöls liegt bei etwa 7° C, der Stockpunkt bei ca. 10° C und der Flammpunkt bei  295° C. Desweiteren sind der Zündpunkt bei etwa 338°C und der Kochpunkt (unter Stickstoff) bei ca. 398° C. zu finden.

Aufgrund des hohen Gehalts an Vitamin E Tocopherolen im Jojobaöl, besitzt es eine große Residenz gegen Oxidation. Deshalb kann dieses Öl bis zu 20-25 Jahre lang gelagert werden, ohne dabei ranzig zu werden. Auf Konservierungsmittel kann infolgedessen verzichtet werden.


Verwendung

In der Pharmazie und Medizin

In der pharmazeutischen Technologie findet Jojobaöl als Flüssigwachs als Träger oder Ummantelung von medizinischen Präparaten, bei der Penicillinproduktion, bei Reduktionsdiäten und in Appetitzüglern Verwendung. Außerdem dient das Öl anstelle von Walrat als natürlicher Emulgator und ist zudem als Trägerstoff für oxidationsempfindliche Stoffe einsetzbar, da es relativ stabil gegenüber Ranzidität ist.

In der Kosmetik

Im Bereich der Kosmetik ist Jojobaöl sehr vielfältig einsetzbar. So findet man es als Flüssigwachs unter anderem in Haarfestigern, Shampoos, Haarsprays, Haarfärbemitteln, Seifen, Rasiercremen, Handcremen, Feuchtigkeitscremen, Massage- und Körperölen, Badeölen, Reinigungscremen, Make-up Entferner, Lippenstift, usw.

Das Öl kann sich regulierend auf den Feuchtigkeitshaushalt der Haut auswirken und einen natürlichen Lichtschutzfaktor von 4 entwickeln.

In der Industrie

In der Industrie kann Jojobaöl beispielsweise als Schmierstoff, als Hartwachs oder als Treibstoff verwendet werden. Es bildet ein hochwertiges Schmiermittel, das auch hohem Druck und hohen Temperaturen stand hält. Bei dem Gebrauch als Hartwachs wird das Öl in Politurwachsen für u.a. Fußböden, Schuhe, Möbel, für die Autoindustrie, für Schutzummantelungen, für Obst und Lebensmittel, für Kerzen, Isoliermaterial und Kohlepapier verwendet.  Die einzelnen Fettalkohole und Fettsäuren sind auch in Desinfektionsmitteln, Lösungsmitteln, Waschmitteln, Kunststoffen (Weichmacher), Korrosionsschutz, usw. zu finden. Darüber hinaus wurden bereits mehrere Experimente, u.a. in Arabien durchgeführt, um die Wirksamkeit von Jojobaöl als Treibstoff zu testen. Es würde einen umweltfreundlicheren Treibstoff darstellen, da es von Natur aus kohlenstoffarm und schwefelfrei ist, und nur Methanol zugegeben werden müsste.

In der Küche

Jojobaöl kann als Salatöl und auch als Frittieröl eingesetzt werden. Allerdings wird von der Verwendung dieses Öls als Speiseöl abgeraten, da Tierversuche zeigten, dass eine Einnahme von Jojobaöl für einen längeren Zeitraum zu Veränderungen in der Leber, im Blutbild und im Dünndarmbereich führen kann.


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Neben den eigenen, durch Pressversuche erworbenen Erkenntnissen wurden zur Erstellung des Artikels folgende Quellen verwendet:

  • Öle, natürlich kaltgepresst, Basiswissen & Rezepte, Marcus Hartmann, Hädecke, 2008
  • Heilende Öle, Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel, Neue Erkenntnisse, Günter Albert Ulmer Verlag Tuningen
  • Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, Krist, Buchbauer, Klausberger, SpringerWienNewYork, 2008
  • www.wikipedia.de
  • en.wikipedia.org

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