SONNENBLUMENÖL

Ölgewinnung

Zur Gewinnung des Öls werden die reifen Sonnenblumenkerne zunächst ganz oder teilgeschält (mit Hilfe z.B. eines Fliekraftschälers), vorgewärmt und anschließend einer mechanischer Auspressung zugeführt. Die Auspressung erfolgt im Kalt- oder Heißpressverfahrenmit einer Schneckenpresse. Eine weitere Methode der Entölung von Sonnenblume ist die Extraktion. Gegebenenfalls wird das Öl noch raffiniert, um unerwünschte Bestandteile zu entfernen.

Ölpressen für die Verarbeitung von Sonnenblumenkernen


Eigenschaften und Haltbarkeit

Durch Kaltpressung gewonnenes Öl ist hellgelb, warm gepresstes hat dagegen eine rotgelbliche Färbung. Extrahiertes und raffiniertes Öl ist hellgelb und klar. Sowohl das warm- wie auch das kaltgepresste Sonnenblumenöl sind fast geruchlos. Sie riechen leicht aromatisch fettig, nussig und holzig und weisen eine Röst- oder Grünnote auf. Sonnenblumenöl hat einen angenehmen, milden Geschmack. Der Schmelzpunkt liegt bei -16 bis -18°C, der Flammpunkt bei etwa 316°C. Kaltgepresstes Sonnenblumenöl besteht aus einem sehr hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (etwa 65-70%) und enthält zudem noch die für den Stoffwechsel wichtigen Lezithine sowie die Tocopherole (Vitamin E), Vitamin A, Eiweiße, Globulin, Palmitin, Stearin, Arachin, Lignocerin und Arginin.

Die Haltbarkeit für Sonnenblumenöl beträgt bei kühler und lichtgeschützter Lagerung nach der Produktion ca. 9 bis maximal 12 Monate.


Verwendung

In der Pharmazie und Medizin

Sonnenblumenöl wird in der pharmazeutischen Industrie als Füllmaterial in Weichgelatinekapseln eingesetzt. Außerdem es wird zur Herstellung von Cremes und Salben verwendet und kann Olivenöl und Erdnussöl in Medizinprodukten ersetzten. Laut Marcus Hartmann Buch: "Öle  - natürlich kaltgepresst" soll Sonnenblumenöl leicht verdaulich sein und hohe Cholesterinspiegel senken helfen.

In der Industrie

Industriell wird Sonnenblumenöl für Öl- und Künstlerfarben und zur Herstellung von Seifen und Lacken angewandt. Außerdem kann es aber auch als Konservierungsmittel in der Tuchfabrikation und bei der Lederbearbeitung verwendet werden. Warm gepresstes Öl kann nur für industrielle Zwecke genutzt werden. Reines Sonnenblumenöl kann als Biokraftstoff auch als Pflanzenölkraftstoff eingesetzt werden. Seine Kraftstoffqualitäten sind allerdings erst wenig erforscht. Dagegen wird Sonnenblumenöl heutzutage oft zur Erzeugung von Biodiesel herangezogen. Raffiniertes Öl findet sich auch in Schmieröl und Weichmachern.

In der Küche

Sonnenblumenöl gilt als wertvolles Speiseöl, da es vielseitig einsetzbar ist. Es wird als Speiseöl eingesetzt, kann als diätisches Nahrungsmittel verwendet werden und eignet sich außerdem auch zur Verwendung in Babynahrung und in der Herstellung von Mayonnaisen, Salatsoßen und Margarine. Allerdings sollten nur Sonnenblumenöle aus „High Oleic"-Sorten stark erhitzt werden, denn bei Sonnenblumenölen anderer Art können sich krebserregende Stoffe (Radikale) bilden. Letztere sollten nur für kalte Speisen verwendet werden. Sie sind nur bis höchstens 120° C erhitzbar, enthalten aber einen sehr hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren, einen geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren und viel Vitamin E. Dagegen enthält das sogenannte „HO-Sonnenblumenöl" (high öleic) im Vergleich zu herkömmlichen Sonnenblumenölen einen viel höheren Prozentsatz an ungesättigten Fettsäuren und ist bis 250°C erhitzbar.

In der Volksmedizin

Sonnenblumenöl soll traditionell innerlich bei Verstopfung und äußerlich bei schlecht heilenden Wunden, Hautläsionen und Rheuma eingesetzt werden. Und auch die Pressrückstände bzw. das entfettete Mehl finden Verwendung. Sie können als Viehfutter dienen.


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Neben den eigenen, durch Pressversuche erworbenen Erkenntnissen wurden zur Erstellung des Artikels folgende Quellen verwendet:

  • Öle, natürlich kaltgepresst, Basiswissen & Rezepte, Marcus Hartmann, Hädecke, 2008
  • Heilende Öle, Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel, Neue Erkenntnisse, Günter Albert Ulmer Verlag Tuningen
  • Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, Krist, Buchbauer, Klausberger, SpringerWienNewYork, 2008
  • www.wikipedia.de
  • en.wikipedia.org

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