LEINDOTTERÖL

Ölgewinnung

Um Leindotteröl zu gewinnen müssen dafür dessen Samen, die etwa 30-40% Öl enthalten, ausgepresst werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten, zum einen durch eine Kaltpressung mit Hilfe einer Schneckenpresse / Ölpresse, und zum anderen durch eine Extraktion. Wobei man durch Extraktion etwas mehr Öl gewinnen kann, jedoch werden durch sie auch wichtige und wertvolle Inhaltsstoffe, die in den Samen enthalten sind, zerstört.

Die Samen werden gereinigt und getrocknet. Weiterhin wird die Saat schonend auf die Presstemperatur vorgewärmt, ist die Lagertemperatur für die mechanische Auspressung ausreichend, wird die Saat vor dem Verpressen nicht vorgewärmt. Die somit vorbehandelte Saat wird einer Pflanzenölpresse für eine mechanische Auspressung zudosiert. Eine schonende und effiziente Auspressung von Leindottersamen erfolgt z.B. mittels einer Florapower Universalpresse, die die Samen sowohl schonend in Kaltpressverfahren wie auch besonders effizient in Heißpressverfahren entölt.

Oder um das Öl zu erhalten, werden die Samen zunächst zu einer groben Masse zermahlen. Anschließend wird diese sandige Masse mit dem gleichen Volumen an Wasser versetzt, dann bei ca. 60-90° C geröstet und im nächsten Schritt gepresst. Das Öl wird stehen gelassen und dann durch Gaze gefiltert. Allerdings ist die Haltwertszeit des Öls relativ kurz, was auf den hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren im Öl zurückzuführen ist. Deshalb erfolgt die Weiterverarbeitung der Samen erst kurz vor dem Verkauf.

Ölpressen für die Verarbeitung von Leindottersamen


Eigenschaften und Haltbarkeit

Leindotteröl ist ein halbtrocknendes Öl, dessen Färbung von hellgelb über goldgelb bis leicht orange reicht. Saatdotteröl weißt einen grünen, krautigen, pyrazinigen und leicht zitronigen Geruch auf, der oft auch an eine frisch geschnittene Wiese erinnert.

Geschmacklich wird das Öl als leicht scharf und an Senföl erinnernd beschrieben. Farblich und geschmacklich erinnert es etwas an Rapsöl.

Der Erstarrungspunkt des Öls liegt zwischen etwa -18 bis -11°C. Bei Raumtemperatur dagegen ist es flüssig, trocknet aber relativ rasch.

Die Fettsäurezusammensetzung des Dotteröls besteht aus einem sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Den größten Teil davon macht die α-Linolensäure mit ca. 37,8% aus. Daneben finden sich noch Ölsäure (mit ca. 13,4%), Linolsäure (mit etwa 16%) und ca. 2,76% Erucasäure. Darüber hinaus sind ca. 15,4% Eicosensäure, 5,33% Palmitinsäure und ca. 2-3% Stearinsäure enthalten. Neben diesem Fettsäurespektrum finden sich im Öl aber auch noch viele flüchtige Substanzen, wie unter anderem verschiedene Alkohole und organische Säuren, Sterole und Tocopherole. Von Bedeutung sind v.a. die hohen Gehalte an Vitamin E und an γ-Tocopherol. Ein Nachteil des Leindotteröls ist allerdings, dass seine Haltwertszeit relativ kurz ist, was auf den hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren im Öl zurückzuführen ist.


Verwendung

In der Pharmazie und Medizin

Anhand von Studien (vergleiche "Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle) wurde nachgewiesen, dass bei regelmäßiger Einnahme von Leindotteröl der Anteil von α-Linolensäure im Serumlipid steigt und der Cholesterinwert gleichzeitig reduziert wird.

Außerdem können aus Camelinaöl Wachsester gewonnen werden, welche wiederum potentielle Basisstoffe für spezielle Schmiermittel in der Technik und für bestimmte Anwendungen im Bereich der Kosmetik und der Pharmazie darstellen.

Leindotteröl hat zudem scheinbar einen positiven Einfluss bei Arteriosklerose, da es ein sehr gutes Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aufweißt. Und auch sonst stellt dieses Öl eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren dar, die wichtig für den menschlichen Körper sind, und bildet somit eine gute Alternative zu z.B. Fischöl. Darüber hinaus wird der hohe α-Linolensäuregehalt im Camelinaöl auch im Bereich der Kosmetik geschätzt und so zum Beispiel zur Produktion von Ölen, Cremen, Lotionen und Seifen verwendet.

In der Volksmedizin

Schon seit langer Zeit wird Leindotteröl im Bereich der Volksmedizin eingesetzt. Es solle das Immunsystem stärken und außerdem eine schmerzlindernde, antiseptische und wundheilende Wirkung besitzen. Angewendet wird es gegen verschiedene Leiden und Krankheiten, so u.a. gegen Magen- und Darmgeschwüre, Gastritis, Koliken, Verdauungsbeschwerden, Prellungen, Hautabschürfungen, Blutergüsse, Verstauchungen, Quetschungen, Hautkrankheiten, Akne, Entzündungen und Frostbeulen. Selbst zur Behandlung von Tieren wird es eingesetzt um bsw. eine Trichophytie oder eine Wunde zu behandeln.

In der Industrie

Auch in der technischen Industrie ist Leindotteröl vielseitig einsetzbar. Mit seiner Hilfe kann man zum Beispiel Seifen oder Farben produzieren. Außerdem dient es auch dazu um leuchtende, russfrei brennendes Lampenöl herzustellen. Darüber hinaus wird dieses Öl gerne in der Oleochemie verwendet, um umweltfreundliche Polymere, Lacke, Firnis (mit Leinöl) und Farben herzustellen, da Leindotteröl wegen seines hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu den schnelltrocknenden Ölen zählt.

In der Küche

In der Küche kann Leindotteröl analog zum Leinöl verwendet werden. Insbesondere in der kalten Küche bildet es ein hochwertiges Speiseöl, allerdings sollte es nicht erhitzt werden. Für die Ernährung ist vor allem der hohe Gehalt an α-Linolensäure und der geringe Anteil von Erucasäure (< 4%) von Bedeutung.

Auch der Presskuchen, der bei der Auspressung der Leindottersamen entsteht, kann noch verwendet werden. Allerdings ist er derzeit in Deutschland nicht als Futtermittel zugelassen. Dies ist auf eine stetige Kontaminierung in importiertem Leindotterpresskuchen über die letzten Jahre zurückzuführen. Allerdings könnte dieses Verbot durch eine baldige Neuprüfung der importierten Kuchen eventuell bald aufgehoben werden. In der Regel liegt der Restölgehalt im Kuchen zwischen etwa 8 bis 17%. Die Anteile an Senfölglykoside (Glucosinolate), Tanninen und Sinapin sind realtiv gering, weshalb eine Verfütterung unbedenklich ist. Allerdings fällt der Gehalt an Phytinsäure und dessen Anbauprodukt Insitolpentaphosphat etwas höher aus. Daneben sind auch Sipanin- und Tannin enthalten, allerdings nur im geringen Maße (vergleichbar mit Soja-Eiweiß).

 

 


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Neben den eigenen, durch Pressversuche erworbenen Erkenntnissen wurden zur Erstellung des Artikels folgende Quellen verwendet:

  • Öle, natürlich kaltgepresst, Basiswissen & Rezepte, Marcus Hartmann, Hädecke, 2008
  • Heilende Öle, Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel, Neue Erkenntnisse, Günter Albert Ulmer Verlag Tuningen
  • Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, Krist, Buchbauer, Klausberger, SpringerWienNewYork, 2008
  • www.wikipedia.de
  • en.wikipedia.org

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